Paprika im Gewächshaus pflanzen, anbauen & pflegen (Tipps)

Die Paprika ist ein beliebtes Gemüse und findet in diversen Gerichten Anwendung. Umso erfreulicher ist es, dass Paprikapflanzen ebenfalls in unserer Klimazone gedeihen.

Welche Voraussetzungen es für eine erfolgreiche Ernte braucht und alle Fragen rund um Anbau im Gewächshaus oder Freiland sowie die Pflege der Paprika klärt dieser Artikel.

Allgemeine Informationen rund um die Paprika

Die Paprikapflanze hat ihren Ursprung in Südamerika, wird heutzutage aber in vielen Ländern weltweit angebaut. Die bedeutende Mehrheit der in Deutschland erhältlichen Paprikafrüchte werden importiert.

Doch sie werden ebenfalls in Deutschland für den Handel angebaut, so beispielsweise im Hegau in Beuren, einem Teilort der Stadt Singen.

Ob rot, grün, gelb oder orange: Die knackigen Paprikaschoten sind nährstoffreich und lecker. So sind selbst roh ein gesunder Snack für zwischendurch.

Die Paprika findet Verwendung im Salat, in Gemüsepfannen oder im Gulasch. Diverse Gerichte kann man auf dem Viktualienmarkt in München probieren. Die Paprika ist vielfältig in der Zubereitung: Sie wird gefüllt, gebraten, gegrillt und sogar fermentiert.

Die leckere Frucht ist ein Klassiker. Wussten Sie, dass es in Ungarn in der Stadt Tihany einen Ort gibt, an dem unzählige aus Paprika hergestellte Produkte erhältlich sind? Das auffällige Paprikahaus ist bei Touristen als Fotomotiv besonders beliebt.

Voranzucht von Paprika: Wann und Wie?

Die Aussaat der Paprikasamen beginnt unabhängig von den Paprikasorten ab Mitte Februar. Die Paprikapflanze keimt und wächst sehr langsam, weswegen eine frühe Aussaat wichtig für eine gute Ernte ist.

Für die Anzucht benötigen Sie die folgenden Utensilien:

Die Erde geben Sie in das Anzuchthaus oder die für die Anzucht vorgesehenen Behälter. Legen Sie die Samen in den Behälter und drücken Sie sie leicht an. Bedecken Sie die Samen mit einer dünnen Schicht Erde. Zum Schluss besprühen Sie die Erde so lange mit Wasser, bis sie gut durchnässt ist.

Schließen Sie das kleine Paprikahaus nun mit dem passenden Deckel. Wenn Sie einen alternativen Behälter und kein Mini-Pflanzenhaus für die Anzucht nutzen, können Sie den Behälter in eine Plastiktüte stellen und diese verschließen.

Auf diese Weise halten sich Temperatur und Feuchtigkeit besser. Denken Sie daran, regelmäßig zu gießen, um ein Austrocknen zu verhindern.

Das kleine Gemüsegewächshaus braucht einen hellen Platz, bestenfalls an einem Südfenster. Es sollte nicht direkt über einer laufenden Heizung stehen.

Wer über ein Treibhaus oder ein beheiztes Pflanzenhaus, mit einer Innentemperatur von über 20 Grad Celsius verfügt, der kann das kleine Paprikahaus für die Voranzucht dort stehen haben.

Paprika Anpflanzen Anbauen

Auspflanzen der Paprika: Der beste Zeitpunkt

Je nach Region können Sie die Pflanzen ab Anfang Mai ins unbeheizte Gewächshaus pflanzen. Ist Ihre Region bekannt für nächtlichen Spätfrost, warten Sie mit der Pflanzung bis nach den Eisheiligen Mitte Mai ab.

Im Freiland sollten Paprikapflanzen an einem windgeschützten, sonnigen Ort stehen, beispielsweise nahe einer Südseitenwand oder geschützt von einem Bohnenhaus.

Pflanzen Sie die Keimlinge nicht tiefer als im Anzuchtbehälter, da dies zu Krankheiten führen kann. Der Pflanzabstand sollte 40 bis 50 Zentimeter in der Reihe und 60 Zentimeter zwischen den Reihen betragen.

Anbau von Paprika: Krankheiten und Schädlinge

Sowohl die Paprika als auch viele andere Gemüsepflanzen wie Gurken oder Tomaten bleiben von Schädlingen und Krankheiten nicht verschont.

Bekannte Schädlinge sind Blattläuse, Schnecken, die Rote Spinne oder die weiße Fliege. Im Schutz des Gewächshauses fühlen sie sich besonders wohl. Krankheiten entstehen häufig durch Fehler bei der Pflege oder durch schlechte Witterungsverhältnisse.

Nicht nur Krankheiten, sondern auch der Befall diverser Schädlinge lassen sich durch die folgenden Maßnahmen vermeiden:

Pflanzabstand: Achten Sie beim Pflanzen auf ausreichend Abstand zwischen den Paprikapflanzen

Abduschen: Was im Freiland der Niederschlag erledigt, müssen Sie im Gewächshaus selbst machen. Duschen Sie die Pflanzen insbesondere unter den Blättern regelmäßig und sorgfältig ab, um das Risiko eines Schädlingsbefalls zu verringern.

Lüftung: Paprikapflanzen sowie Gurken lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dennoch ist die gleichmäßige Lüftung im Paprikahaus notwendig, denn Schädlinge profitieren ebenso wie die Pflanzen von der Luftfeuchtigkeit.

Weiterhin kann das Ausstreuen von Nelkenpulver rund um den Pflanzenstängel präventiv gegen Läuse helfen. Das Besprühen mit Brennnesseljauche kann zudem verschiedene Schädlinge und Krankheiten vorbeugen.

Sind die Pflanzen angefressen, liegt ein Schädlingsbefall vor. Eine kurzfristige Behandlung mit Brennnesseljauche kann einen Befall meist gut bekämpfen. Sind Krankheiten durch Verfärbungen etc. sichtbar, entfernen Sie die betroffenen Blätter und Triebe großzügig.

Paprika anbauen und pflegen

Das folgende Video ist sehr hilfreich zum ertragreichen Anbauen von Paprikapflanzen. Es fasst alle wichtigen Informationen rund um den Anbau der Paprika auch in Hinsicht auf verschiedene Temperaturen zusammen.

Zusätzlich enthält es detaillierte Tipps und Tricks zum Ausgeizen, Entfernen der Königsblüte, dem Leiten und Anbinden der Pflanzen und dem häufig unterschätzten Düngen.

Anbau von Paprika: Ins Gewächshaus oder Freiland?

Der Anbau von Paprikapflanzen im Freiland ist in wärmeren Regionen oder einem guten Kleinklima möglich.

Da die Pflanzen sehr langsam wachsen und die Früchte der Paprika bis zur Vollreifung noch mehr Zeit als Tomaten brauchen, ist das Anbauen diverser Paprikasorten in einem Gemüsegewächshaus beziehungsweise einem Paprikahaus ratsam.

Wollen Sie die Paprikapflanzen im Freiland anbauen, kann es vorkommen, dass die Früchte nicht genügend Zeit zum Reifen haben. Schützen Sie die Pflanzen, indem Sie temporär eine Art Gewächshaus um die Pflanzen herumbauen.

Außerdem können die Pflanzen vorsichtig ausgegraben, eingetopft und an einen wärmeren, hellen Ort gebracht werden. Empfehlenswerter für eine erfolgreiche Ernte ist der Anbau von Paprika, wie auch bei Gurken, in einem Gemüsehaus.

Dieses kann ein modernes Glashaus sowie ein Folientunnel oder ähnliches sein. Wichtig ist ein windgeschützter, sonniger und warmer Standort mit lockerer, nährstoffreicher Erde.

Welche Art von Gewächshaus für Paprikapflanzen?

Es gibt drei verschiedene Arten von Gewächshaus: Das Kalthaus, das temperierte Gewächshaus und das Treibhaus.

Ein Kalthaus ist nicht frostfrei, da es keine Heizung hat. Das Anbauen der Paprika und eine Ernte sind möglich. Noch besser aufgehoben sind die Pflanzen allerdings in einem beheizbaren Gewächshaus oder gar einem Treibhaus. Dort verlängert sich die mögliche Wachstumszeit der Paprikapflanze um ein Vielfaches.

Selbst wenn draußen bereits Minusgrade herrschen, können der Anbau und die Ernte im Treibhaus weitergehen. Sie können Paprika und andere Pflanzen dort problemlos überwintern und das restliche Gewächshaus zu einer Mischung aus Salathaus und Blumenhaus umfunktionieren.

Paprika und Gurken zusammen im Gurkengewächshaus?

Gurken und Paprika vertragen sich. Da Gurken allerdings eine höhere Luftfeuchtigkeit benötigen, sollten Sie die Paprikapflanzen dort im Gurkenhaus anbauen, wo die Belüftung besser ist.

Paprika und Tomaten zusammen im Tomatengewächshaus?

Beide Pflanzen sind Starkzehrer und brauchen viele Nährstoffe. Wenn Sie alle zwei Wochen düngen, wachsen auch in einem Tomatenhaus die Tomaten zusammen mit den Paprikapflanzen ohne Probleme.

 

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