Rasen vertikutieren oder lüften | Aerifizierer vs. Vertikutierer

Ein perfekter Garten benötigt viel Rasenpflege. Ehe man sich versieht, verbreiten sich sonst Unkraut und Moos auf der dichten Rasenfläche. Neben regelmäßigen Rasenmähen, saisonalen Düngen, Kalken und Unkraut stechen, gehört auch das Lüften zur Pflege. Dazu eignen sich das Vertikutieren bzw. Vertikulieren oder das Aerifizieren.

Diese beiden Maßnahmen stellen auch wichtige Schritte war, wenn man neue Grassamen säen möchte. Unter Einsatz von Rasenmäher, Dünger, Vertikutierer und Aerifizierer schafft man die ideale Grundlage, um einen neuen Rasen anwachsen zu lassen. Auf diese Weise gelingt das Anlegen gut und man kann sich die hohen Kosten für einen Rollrasen sparen.

Warum muss man den Boden lüften?

Mit der Zeit kann sich mehrere cm dicker Rasenfilz bilden. Das passiert, wenn sich organisches Material schneller ansammelt, als es wieder abgebaut werden kann. Außerdem kann sich durch intensive Rasennutzung der Boden verdichten (zum Beispiel festgetreten werden) und zur Bildung von Staunässe führen.

Verzichtet man darauf, den Boden zu entlüften, dann fördert dies das Wachstum von Unkraut und verhindert das Anwachsen der Grassamen.

Vertikutieren oder Aerifizieren: Was ist der Unterschied?

Mit einem Vertikutierer lässt sich die Grasnarbe bis in einige mm Tiefe anritzen. Dadurch können nicht nur Moos, Rasenfilz und Unkraut leichter entfernt werden, sondern der Boden wird auch besser mit Sauerstoff versorgt. Ein Aerifizierer stößt mithilfe von Voll- oder Hohlspoons Löcher in die Rasenfläche, die bis zu 10 cm in die Erde vordringen und verdichtete Stellen auflockern. Man kann auch mit Druckluft aerifizieren.

Ein Vertikutierer und Aerifizierer können gut in Kombination zueinander eingesetzt werden. Während der Vertikutierer dafür sorgt, dass die Grasnarbe durchlässig ist, bekämpft der Aerifizierer die Staunässe und gewährleistet eine bessere Nährstoffaufnahme. Beide erzielen eine unterschiedliche Wirkung, um den Boden zu lüften.

Garten Gartenarbeit Rasen Rasenmäher Gras

Auch das regelmäßige Rasenmähen gehört zur Gartenarbeit dazu.

Rasen vertikutieren und aerifizieren: Wann ist der richtige Zeitpunkt

Der ideale Zeitpunkt zum Vertikutieren ist zwischen Frühjahr und Herbst, etwa von April bis September. Im Frühling sollte man zuvor düngen. Ob man den Rasen überhaupt belüften muss, erkennt man daran, ob die Oberfläche von Moos und Unkraut durchzogen ist. Im Sommer sollte davon abgesehen werden, Nutzrasen zu lüften, da er sich bei Hitze nur schwer regenerieren kann.

Aerifizieren kann man den Boden das ganze Jahr über.

Vertikutierer und Aerifizierer: Da sind die verschiedenen Rasenlüfter-Modelle

Vertikutierer verfügen über eine Spindel, in der sich starre oder rotierende Messer oder einzelne Federn befinden. Es gibt sie als Elektro-, Benzin- oder Hand-Modelle. Ein Gerät, das per Hand betrieben wird, erfordert mehr Kraft als die beiden Alternativen und eignet sich für das Vertikutieren kleinerer Stellen.

Elektro-Vertikutierer sind vom Gewicht her leichter als die Benzin-Variante. Allerdings benötigen sie ein Stromkabel und sind deswegen weniger flexibel. Für kleinere Gärten sind sie dennoch zu empfehlen, da sie umweltfreundlicher sind als Benzin-Vertikutierer. Die Leistung eines Benzin-Vertikutierers ist am besten und er eignet sich besonders für die Arbeit auf großen Grundstücken.

Bei den Aerifizierern unterscheidet man ebenfalls zwischen Benzin-, Elektro- und manuell betriebenen Geräten. Letztere werden auch als Belüftungsgabeln bezeichnet. Auch Nagelschuhe oder Grabegabeln erfüllen den Zweck. Es gibt außerdem Kombigeräte, mit denen man sowohl vertikutieren, als auch aerifizieren kann.

Wo kann man einen geeigneten Vertikutierer oder Aerifizierer kaufen?

Handvertikutierer und -Aerifizierer oder eine Maschine für beide Methoden, die elektrisch oder mit Benzin betrieben wird, bekommt man in jedem Baumarkt und manchmal sogar zu Aktionswochen in Supermärkten wie Aldi. Lüfter werden üblicherweise auch vermietet, insbesondere, wenn es sich dabei um große Modelle handelt.

So vertikutiert man den Rasen richtig

Vertikutiert wird je nach Bedarf in eine Richtung oder einmal in Längs- und einmal in Querrichtung. Man arbeitetet sich jeweils senkrecht und waagerecht vor, wie auf einem Schachbrett. Beim Richtungswechsel wird der Führungsholm nach unten gedrückt, damit sich die Messer dabei über dem Boden befinden.

Wichtig ist, dass weder zu zügig, noch zu langsam gearbeitet wird. Ein zu schnelles Vorgehen beim Arbeitsgang führt zu unsauberen Ergebnissen, während sich andernfalls das Gerät abschalten oder die Grasnarbe Schaden nehmen kann. Auch sollte man das Vertikutieren nie wie das Fräsen handhaben, denn die Messer sollten sich über dem Boden befinden. Die Vertikutierhöhe sollte nicht mehr als 2 bis 3 mm betragen, damit keine Graswurzeln beschädigt werden.

Der Rasen muss trocken und darf auf keinen Fall nass, nein, nicht einmal feucht sein.

So aerifiziert man den Rasen richtig

Hat man einen professionellen Aerifizierer zu Hand, wird der Boden damit komplett bearbeitet. Wer Nagelschuhe verwendet, stapft in kleinen Schritten den Rasen ab. Mit Belüftungsgabeln arbeitet man so, dass man sich rückwärts von den Löchern wegbewegt, um sie nicht wieder festzutreten.

Zur Not kann man stellenweise auch mit einer Grabegabel und Bausand aerifizieren, indem die Gabel in den Boden gestoßen und die Löcher möglichst breit gerüttelt werden und man diese anschließend mit dem Bausand füllt.

Was gibt es vor dem Vertikutieren zu beachten?

Viele Gartenbesitzer sind sich über die richtige Reihenfolge im Unklaren: Wird erst vertikutiert und dann gedüngt oder umgekehrt? Im Frühling empfiehlt es sich, den Boden erst mit einem Frühjahrsdünger, Eisendünger (bei einem sehr vermoosten Boden) oder Rasendünger mit Unkrautvernichter zu düngen.

Insbesondere Anfang bis Mitte März nehmen die Grassamen den Dünger besser auf. Erst muss man den Rasen auf 4 cm herunter mähen und zwei Wochen später auf 2 cm. Dann kann vertikutiert werden.

Was gibt es nach dem Vertikutieren zu beachten?

Falls man einen Vertikutierer ohne Auffangsack benutzt hat, müssen nach dem Lüften zuerst die Filzreste noch mit einem Rasenrechen zusammen geharkt werden. Dann kann man gegebenenfalls eine 2 cm Schicht Bausand über den Rasen verstreuen. Anschließend geht es ans Säen: Die neuen Grassamen werden ausgesät und sogleich gewässert.

Vertikutieren ist nicht gleich Aerifizieren

In dem Video „Vertikutieren ist nicht gleich Aerifizieren“ des Kanals des Bauchfach-Handels Hofmann Alting wird erklärt, was der Unterschied zwischen Vertikutieren und Aerifizieren ist. Es werden verschiedene beispielhafte Stellen im Rasen gezeigt, die eine Belüftung benötigen.

Erst wird der Rasen gemäht, dann vertikutiert, gedüngt und gesät. Jeder Arbeitsschritt wird genau erläutert. In einem abschließenden Fazit werden noch einmal alle Schritte zusammengefasst.

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