Bester Zeitpunkt für’s Rasen kalken? | Frühjar vs. Herbst

Hobbygärtner wissen, wie wichtig es für die richtige Rasenpflege ist, den Rasen gelegentlich zu kalken. Denn bestimmte Mangelerscheinungen werden mit Kalk schnell behoben 🙂

Im Frühjahr wird bei zu starkem Mooswachstum ebenfalls empfohlen, den Boden mit Kalk zu versorgen, was aus demselben Grund auch oft vorbeugend im Herbst durchgeführt wird.

Doch sich allein auf das Mooswachstum auf dem Rasen zu verlassen, ist nicht wirklich sinnvoll.

Im Herbst Rasen kalken, um Moos im Frühjahr vorzubeugen?

Das Rasenmoos wächst auf sauren wie auf leicht alkalischen Böden gleichermaßen gut. Zwar weist ein zu starkes Mooswachstum im Herbst und im Frühjahr darauf hin, dass die Bodenbeschaffenheit aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Dies ist besonders dann der Fall, wenn weder der Löwenzahnstecher, noch der Schneidrechen oder die Gartenharke gegen das Moos helfen.

Und selbst wenn im Herbst gegen das Unkraut vorgegangen wird, um für das Frühjahr vorzusorgen, hilft dies bei saurem Boden wenig. Will man sich der Pflege des Rasens wirklich fachgerecht widmen, sollte man sicher gehen, dass der Rasen tatsächlich das Kalken erfordert.

Dies bedeutet konkret, dass man den pH-Wert des Bodens ermitteln muss.

Ein perfekter Rasen gehört regelmäßig gekalkt, davor gibt es jedoch einiges zu beachten

Ermittlung des pH-Wertes im Boden

Als erstrebenswert gilt ein pH-Wert des Bodens zwischen 6 und 7. pH-Werte unter 5,5 schränken die Vitalität der Rasengräser ein. Der Grenzwert liegt bei Lehmböden sogar bereits bei 6,5 und bei mittelschweren Böden bei 6,0.

Sehr oft kommt es bei feuchten und verdichteten Böden zur Versauerung, denn die durch Sauerstoffmangel nicht vollständig zersetzten Mährückstoffe und andere organische Stoffe beginnen zu faulen, was mit der Entstehung verschiedener organischer Säuren resultiert.

Wenn vermutet wird, dass die Bodenbeschaffenheit aus dem Gleichgewicht gefallen ist, sollte man diese auf den pH-Wert testen.

Die Ermittlung des pH-Wertes durch altbewährte Methoden

Es gibt ein paar altbewährte Methoden, zu welchen gegriffen wird, wenn vermutet wird, dass der pH-Wert des Bodens nicht im Grenzbereich liegt. Solche Methoden können den pH-Wert nicht exakt bestimmen, können jedoch zumindest darauf hinweisen, dass der Boden sauer, alkalisch oder neutral ist.

Nach der bekanntesten Methode wird ein Becher mit etwas Backpulver und destilliertem Wasser befüllt und ein anderer mit Essig.

In jeden Becher wird Erde dazugegeben. Bildet der Becher mit Essig Schaum, ist der Boden höchstwahrscheinlich alkalisch. Wenn der Becher mit Backpulver jedoch zischt, weist dies darauf hin, dass der Boden sauer ist.

Passiert nichts davon, ist der Boden neutral.

Die zweite Methode ist etwas umständlich. Diese erfordert, dass Rotkohl gehackt und im destillierten Wasser erhitzt wird. Daraufhin muss man das ganze mehrere Stunden ziehen lassen, woraufhin der Rotkohl vom Saft getrennt wird. Wird in diesen Saft Erde dazugegeben, erfolgt eine gewisse Reaktion, bzw. der Saft verändert seine Farbe in pink wenn der Boden sauer ist. Alkalischer Boden färbt den Saft grün oder blau. Ist der Boden neutral, bleibt die Farbe lila.

pH-Wert-Test aus dem Baumarkt

Vermutet man im Herbst oder im Frühjahr eine Mangelerscheinung des Bodens, kann man den pH-Wert des Bodens selbst mithilfe eines pH-Wert-Testes aus dem Gartencenter oder dem Baumarkt ermitteln. Die aus etwa 10 Zentimeter Tiefe entnommenen Bodenproben werden hierzu in einem Glasgefäß mit destilliertem Wasser vermischt.

Anschließend wird dem Inhalt eine Test-Tablette hinzugefügt und das Gefäß verschlossen und geschüttelt. Die Test-Tablette löst sich darin auf und nimmt eine bestimmte Farbe an, welche Auskunft über den pH-Wert gibt.

Neben der Test-Tablette kann man auch Lachmus-Teststreifen verwenden. Der Lachmus-Streifen wird in die Mischung aus Erde und destilliertem Wasser eingetaucht. Nach etwa 10 Minuten verändert er seine Farbe und zeigt dadurch das Ergebnis an.

Bodenanalyse

Der pH-Wert gibt keine Auskunft über die Bodenbeschaffenheit an. Und diese sollte entscheidend sein bei der Bestimmung des richtigen Zeitpunkts zum Kalken.

Für die Bodenanalyse entnimmt man an mehreren Stellen aus dem Rasen etwas Erde. Es wird empfohlen, Erde aus 10 bis 12 Stellen zu entnehmen. Die Erde wird in eine Plastiktüte gefüllt, welche beschriftet an ein spezielles Labor per Post geschickt wird. Die richtigen Adressen sind in diesem Falle beispielsweise Landschaftskammern, Wertstoffhöfe oder Forschungsinstitute.

Das Resultat erfolgt innerhalb von paar Wochen. Dieses klärt über den pH-Wert des Bodens auf, sowie über dessen Zusammensetzung. Daneben werden Empfehlungen zu den jeweils zu ergreifenden Maßnahmen mitgeliefert, sodass die Frage nach dem Dünger- und Kalkbedarf geklärt wird. Und hierin liegt der größte Vorteil der Bodenanalyse.

Frühjahr oder Herbst? – Der richtige Zeitpunkt zum Kalken

Das Kalken ist bei saurem Boden generell sinnvoll. Ist der Boden jedoch alkalisch, sollte man auf keinen Fall Kalken, da in diesem Fall Kalk den Mooswachstum begünstigt. Doch wann wird der Rasen genau gekalkt?

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Was die beste Jahreszeit betrifft, so kann zum Kalken sowohl das Frühjahr als auch der Sommer ausgewählt werden. Im März wird das Grün gelüftet, sodass der Frühling von vielen Hobbygärtnern als der Zeitpunkt zum Kalken ausgewählt wird. Andere sind der Meinung, es sei am besten, das Kalken vor dem Frühjahr, bereits im Herbst, und zwar zwischen August und Oktober durchzuführen, da hier der Rasen auf den Winter vorbereitet wird.

Herbst ist sicherlich der bessere Zeitpunkt als der Sommer, da Kalk bei zu starkem Sonnenschein auf der Wiese Verbrennungen verursachen kann.

Im Grunde kann das Kalken theoretisch selbst im Januar oder im Februar erfolgen – wichtig ist hier lediglich, dass die Schneedecke auf dem Rasen abgeschmolzen ist.

Ansonsten sind bei der Bestimmung des richtigen Zeitpunktes folgende Aspekte relevant:

– frisch gemähter Rasen, idealerweise auf 3 bis 4 Zentimeter,
– eine idealerweise zuvor aerifizierte oder vertikutierte Wiese und
– eine trockene, windstille Witterung.

Die richtige Dosierung

Sind die vorbereitenden Maßnahmen alle getroffen, gilt es nur noch zu bestimmen, wieviel Kalk nötig ist – ungeachtet dessen, ob das Kalken im Frühjahr oder im Herbst stattfindet.

Kohlensauren Kalk sollte dem Brand- oder Löschkalk vorgezogen werden, da dieser Kalk weniger aggressiv ist. Im Handel ist dieser Kalk unter der Bezeichnung „Gartenkalk“ zu finden.

Experten empfehlen, den Rasen mit maximal 10 bis 20 Millilitern Wasser je Quadratmeter zu wässern. Dies entspricht in etwa 150 bis 200 Gramm Kalk pro Quadratmeter. Bei Lehmböden kommt die doppelte Menge von Kalk zum Einsatz.

Wird der Rasen zum richtigen Zeitpunkt gekalkt, bleibt er schön und gesund – sowohl im Herbst als auch im Frühjahr.

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