Rasen nachsäen, reparieren & sanieren | Nachsaat Rasenreparatur

Ein grüner Rasen lädt zum Verweilen ein 🙂

Wenn Sie sich dauerhaft an einer schönen Rasenfläche in sattem Grün erfreuen wollen, sollten Sie Ihren Rasen nicht nur pflegen, sondern auch sanieren. Das bedeutet, dass über das Mähen hinaus hin und wieder eine Reparatur fällig wird. An Stellen, wo Unkräuter dominieren oder Moos die Rasenfläche unterbricht, muss man den Rasen reparieren, sonst breiten sich die schadhaften Stellen aus und die schöne, dichte Rasenfläche verliert zunehmend ihre Pracht.

Auch Maulwurfshügel oder von einer Kinderhacke geschlagenen Vertiefungen können die Harmonie des Rasens stören.

Neuanlage oder Reparatur und Nachsäen?

Viele Rasenbesitzer werden nervös beim Gedanke daran, ihre Grünfläche komplett neu anzulegen. Und das zu Recht, denn den Rasen neu anzulegen ist sehr aufwändig. Zeitintensiv, wenn man selbst Hand anlegt und kostenintensiv, wenn man sich an einen Fachmann wendet. In den meisten Fällen ist das glücklicherweise aber gar nicht nötig.

Denn: man kann den Rasen auch selbst sanieren!

Im Wesentlichen beschränkt sich das Reparieren auf vier Schritte, die Sie sich wahrscheinlich selbst zutrauen: Der erste Schritt ist die Vorbereitung des Bestandes, also des Rasens und die Auswahl der geeigneten Rasenreparaturmischung für ihr Grünland. Der nächste ist die Reparatur von schadhaftem Untergrund. Ist das geschehen, folgt das Nachsäen.

Nun muss die Nachssaat gepflegt und gewässert werden, bis nach etwa zwei Wochen das Ergebnis zu sehen sein wird. Nur dann, wenn der erforderliche Bodenauf.- oder Abtrag mehr als 20cm beträgt, empfiehlt sich eine komplette Neuanlage.

Ansonsten reicht eine Reparatur aus. Richtig durchgeführt hilft sie bei Rasenschäden den bestehenden Halmen, sich zu regenerieren, Lücken werden mit Nachsaat geschlossen. Bodenunebenheiten können ohne Umgraben ausgeglichen und kahle Stellen neu bepflanzt werden. Rasen selbst zu reparieren ist möglich.

Wann ist der geeignete Zeitpunkt für eine Reparatur?

Zuerst einmal gilt es, den richtigen Zeitpunkt zum Reparieren zu bestimmen. Schütteres und dürres Grünland ist traurig, dennoch dürfen Sie nicht wahllos mit der Reparatur beginnen. Sie sollten vorzugsweise im Frühjahr oder im frühen Herbst damit anfangen, Nachsaat auszubringen oder schadhaften Untergrund zu reparieren.

Generell eignet sich die gesamte Vegetationsperiode zwischen April und September zum nachsäen, allerdings empfiehlt es sich nicht, Rasenschäden in den Hitzemonaten zu bekämpfen. Die beste Zeit ist zwischen April und Mai, wenn die Nachsaat anwachsen kann, bevor die sommerlichen Dürre anbricht.

Wer im Frühjahr verhindert war, bekommt im frühen Herbst eine neue Chance: die letzten Augustwochen und der September bieten ähnlich günstige Bedingungen zum Reparieren wie das Frühjahr. Die Nachsaat wächst an und die Reparatur trägt Früchte, bevor die ersten Nachtfröste kommen.

Den Rasen richtig reparieren, so funktioniert´s

Schritt für Schritt Anleitung – Was Sie als erstes tun sollten

Um Ihren Rasen auf eine Reparatur vorzubereiten, sollten Sie ihn zuerst mähen. Wählen Sie hierfür eine Halmlänge von maximal 4cm, da bei einer kurzgeschnittenen Wiese die schadhaften Stellen viel leichter zu erkennen sind. Nach dem Mähen sollten Sie den Rasen sorgfältig vertikutieren.

Hierbei werden Moose und andere niedrig wachsende Pflanzen entfernt, die die Junggräser verdrängen und im Wachstum behindern würden. Außerdem werden beim Vertikutieren Pflanzenreste weggekämmt, die zwischen den Halmen lagern und kompostieren.

Die kompostierten Teile lagern sich auf dem Boden ab, wo sie eine nahezu undurchlässige Schicht bilden. Es gilt, diese Schicht zu entfernen, um den Boden für die Nachsaat bereit zu machen. Um besonders gründlichen zu reparieren empfiehlt es sich, die Rasenfläche sowohl längs, als auch quer zu vertikutieren.

Das Vertikutieren von Hand, also mit einem Vertikutierrechen, bietet sich übrigens nur bei wirklich kleinen Flächen an. Ansonsten sollte man unbedingt auf eine Vertikutiermaschine zurückgreifen, um sich einen Haufen Zeit und Arbeit zu ersparen. Haben Sie den Rasen gekürzt und gereinigt, sollten Sie ihn als letzten Schritt noch düngen.

Womit sollte man düngen?

Um den Boden optimal auf das Nachsäen vorzubereiten, sollten Sie ihn düngen. Hier können Sie auf ein entsprechend deklariertes Präparat vom Fachhändler vertrauen. Im Test schnitten Produkte von Compo besonders gut ab, allerdings führt auch Aldi qualitativ hochwertige Dünger.

Ob Sie sich für ein biologisches oder ein herkömmliches Präparat entscheiden wollen und in welchen Mengen Sie einkaufen wollen, bleibt Ihnen und den Bedürfnissen Ihres Rasens überlassen. Die Bandbreite der angebotenen Produkte ist breitgefächert und die Abgabe in verschiedenen kg Größen erfolgt je nach Bedarf. Die meisten Präparate sind Volldünger. Haben Sie stark phosphathaltigen Boden, sollten Sie nur Herbstdünger verwenden. In jedem Fall aber sollten Sie düngen, um Ihren Rasen optimal zu reparieren.

Der nächste Schritt: Bodenunebenheiten ausgleichen

Nach zwei Wochen sollte der von Ihnen gemähte, vertikulierte und gedüngte Restbestand Ihres Rasens nachgewachsen und bereit sein, von Ihnen repariert zu werden. Als nächsten Schritt können Sie sich nun also den Unebenheiten widmen.

Kleine oder größere Vertiefungen füllen Sie hierzu einfach mit einer Mischung aus Torf, Sand und Mutterboden auf, die Sie zu je gleichen Teilen zusammengerührt haben.

Sind die Löcher aufgefüllt, muss die Mischung gewalzt werden, damit sie sich setzt. Nach dem Walzen kann gegebenenfalls ein Nachfüllen notwendig werden, nach dem erneut gewalzt werden sollte. Große und kleine Erhebungen in der Rasenfläche können Sie einfach abtragen. Nutzen Sie hierfür je nach Größe der Erhebung einen Spaten oder eine Gartenharke oder eine Kinderhacke.

Damit Ihre Rasenfläche wieder schön wächst, müssen Unebenheiten ausgeglichen werden

Nach dem Abtragen muss die entstandene Fläche eingeebnet werden. Auch hierzu können Sie die Walze nutzen. Wie bereits eingehend erwähnt, eignet sich das hier beschriebene Vorgehen zur Rasenreparatur nur dann, wenn der erforderliche Bodenauf- oder Abtrag weniger als jeweils zwanzig Zentimeter beträgt.

Schritt zweieinhalb: Rasenreparaturmischung auswählen

Nun geht es beinahe schon ans Nachsäen. Denn idealerweise wissen Sie genau, welche Rasensorte den aufzubessernden Bestand bildet. In diesem Fall sollten Sie natürlich zur gleichen Sorten greifen, um ein lückenloses Ergebnis zu erzielen. Andernfalls lohnt es sich, sich über Nachsaat zu informieren.

Die Wahl eines guten Mix zum Nachsäen erhöht die Chancen, im kommenden Jahr den Garten genießen zu können, ganz ohne erneutes Reparieren. Im Test schnitten Reparatursamenmischungen von Compo und Loretta Sorten besonders gut ab. Diese Mischungen bestehen aus einem Mix robuster Gräser, die auch bei geringem Pflegeaufwand einen wunderschönen Rasen ergeben.

Bevor Sie zum Kauf schreiten, sollten Sie noch die kg Preise der verschiedenen Anbieter vergleichen, die teilweise stark voneinander abweichen. Verschieden Fachhändler bieten die genannten Samenmischungen an, aber auch Aldi führt eine gute Auswahl an Reparatursamenmischungen, wie beispielsweise Loretta.

Schritt drei: Endlich nachsäen

Wenn Sie den richtigen Mix parat haben, können Sie loslegen. Vor dem Nachsäen wird die Reparatursamenmischung einmal mit der Gartenharke gut gemischt. Bei der Handaussat streuen Sie die Nachsaat in weitem Winkel auf die auszubessernde Fläche. Allerdings sollte die Handaussaat von jemandem mit Übung vorgenommen werden, da es besonders bei der Rasenreparatur um Genauigkeit geht.

Ungeübte Leute sollten auf einen Streuwagen zurückgreifen, da der die Samen garantiert lückenlos verteilt. Nun werden die Samen, anders als bei der Handaussaat, in schachbrettförmigem Muster auf dem Boden ausgebracht.

Nach dem Nachsäen werden die Samen mittels der Walze leicht angedrückt. Nun sollte die Rasennachsaat mit einer dünnen Schicht bedeckt werden, um schnelles Verdunsten von Flüssigkeit zu vermeiden. Als bedeckende Schicht eignen sich Torf oder Humus.

Da Gräser Lichtkeimer sind, muss darauf geachtet werden, die Schicht nicht zu dick aufzubringen. Eine Dicke von 0,5cm sollte nicht überschritten werden, da ansonsten die Lichtzufuhr zu gering und so die Keimung gehemmt würde.

Letzter Arbeitsschritt: Wässern

Nach dem Ausbringen der Nachsaat beginnt die Keimphase. Jetzt sollten Sie gut wässern. Am besten geeignet ist hierfür der Rasensprinkler, da die Tropfen fein dosiert sind und die Nachsaat nicht fortspülen. Achten Sie in den folgenden Tagen darauf, dass Ihre Grünfläche niemals austrocknet!

Beobachten Sie die Farbe des Mutterbodens. Zeigt die obere Schicht ein helleres Braun, müssen Sie wässern. Nach dieser Anleitung sollte die Rasennachsaat nach vierzehn Tagen hoch genug geworden sein, dass sie das Ergebnis der Reparatur genießen können.

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