pH Wert im Rasen messen (und senken?) | So hoch sollte er sein

Wenn der Rasen sich nicht optimal entwickelt, so kann ein unausgewogener pH-Wert im Boden dafür verantwortlich sein. Um die Graspflanzen zu retten, müssen Gärtner den Bodenwert bestimmen und feststellen, ob der Bodenwert entsprechend angepasst werden muss.

Zunächst muss daher der Gartenboden untersucht werden, um den pH-Wert zu messen und um die passenden Maßnahmen für eine Optimierung auszuwählen.

Welcher pH-Wert ist eigentlich optimal?

Von Pflanzenart zu Pflanzenart und von Rasen zu Rasen unterscheiden sich die optimalen pH-Werte enorm. Manche Gräser mögen saure Böden, andere bevorzugen neutrale Böden und wieder andere gedeihen am besten auf eher alkalischen Böden.

Um herauszufinden, in welchem Bereich sich der eigene Gartenboden bewegt, können unterschiedliche Methoden zum Messen angewandt werden. Stellt sich heraus, dass die Werte ungünstig sind, so gibt es natürlich Möglichkeiten, eine Senkung oder Erhöhung zu erreichen.

Messen des pH-Werts – so funktioniert es

Es gibt digitale Geräte, mit denen Gärtner die Bodenwerte messen können. Allerdings ist ein Messgerät zum Bestimmen der Bodenwerte nicht immer preisgünstig. Wer die Anschaffung eines Geräts zum Messen scheut, für den sind Teststreifen, die günstigere, wenn auch nicht ganz so genaue Alternative zum Bestimmen von Bodenwerten.

Zum Messen des pH-Werts eignet sich auch das altbekannte Lackmuspapier, dass dem Messen mit Teststreifen sehr ähnlich kommt.

Um in einem Areal ein möglichst genauen Bodenwert zu bestimmen, sollten die Messungen an verschiedenen Stellen vorgenommen werden. Bevor Gärtner die korrekten Werte ermitteln können, muss die Gartenerde gut angefeuchtet und mit einem Kunststoffrechen oder Schneidrechen durchgearbeitet werden. Erst dann ist es möglich, genaue Werte zu bestimmen.

Dieses Video klärt auf: So bestimmen Sie den pH-Wert in Ihrem Rasen

Wann bezeichnet der Fachmann einen Boden als sauer, alkalisch oder neutral?

Die Meinungen gehen häufig auseinander. Die meisten Pflanzen sowie der Rasen fühlen sich nämlich auf einem leicht sauren Boden besonders wohl. Aus diesem Grund wird von manchen Fachleuten Boden mit einem pH-Wert von 5,5 als neutraler Boden bezeichnet.
Richtig ist dies allerdings nicht, denn auch bei Böden gelten die herkömmlichen Begriffe, sodass ein Boden als sauer anzusehen ist, wenn der Wert zwischen 0 und 7 liegt. Der pH-Wert 7 ist grundsätzlich der neutrale Wert. Werte oberhalb von 7 bis zu 14 sind als alkalisch zu bewerten.

So hätten es die meisten Gräser und Pflanzen gern!

Die meisten Pflanzenarten fühlen sich auf leicht saurem bis saurem Boden wohl. Ob der Bodenwert im eigenen Garten angepasst werden muss, ist daher von der entsprechenden Pflanzenart abhängig. Jeder Gärtner sollte daher zunächst einmal bestimmen, welche Bedürfnisse sein Rasen eigentlich hat.

Grundsätzlich benötigen die meisten Pflanzen einen pH-Wert der nicht niedriger als 5 und nicht höher als 6,4 sein sollte. Wenn der Wert, den der Gärtner ermitteln konnte, zu hoch, so muss zu Maßnahmen, die den Wert senken gegriffen werden. Ebenso bei einem zu niedrigen Wert mit Düngen oder Kalken versucht werden, den Wert zu erhöhen.

Senken des Bodenwerts

Die Bodenwerte können auf verschiedene Arten gesenkt werden. Weit verbreitet ist die Verwendung von Phosphorsäure oder Salpetersäure. Allerdings muss beachtet werden, dass Phosphorsäure nur in der Blütezeit von Pflanzen und Salpetersäure in der Wachstumsphase des Rasens angewandt werden sollte.

Ebenfalls zur Anwendung kommen können organische Säuren wie Harnstoff, Zitronensäure oder Ammoniumnitrat.

Erhöhen des Bodenwerts

Wenn der Gärtner feststellt, dass der pH-Wert des Gartenbodens zu niedrig für die gewünschte Pflanzenart ausfällt, so kann durch verschiedene Methoden auch eine Erhöhung des Werts erreicht werden. Düngen mit Kaliumhydroxid oder Kaliumbikarbonat ist eine der häufigsten Methoden.

Doch auch hier stehen dem Gärtner organische Alternativen zur Verfügung. So kann das Kalken mit gemahlenem Kalk oder die Verwendung von Soda idealer sein, um den Bodenwert in gewünschter Weise erhöhen.

Warum ist der perfekte pH-Wert für Pflanzen so enorm wichtig?

Der pH-Wert ist enorm wichtig für Ihren Rasen

Die Tätigkeit von Enzymen, Bakterien und anderen biologischen Einflüssen, die das Mikroleben im Boden ausmachen, werden durch den pH-Wert beeinflusst. Ebenso werden die Löslichkeit, sowie der Abbau von Spurenelementen und Mineralstoffen, an denen jede Pflanze einen spezifischen Bedarf hat, beeinflusst. Wenn dieser Bedarf gut gedeckt wird, so entwickeln sich die Pflanzen entsprechend gut. Bei ungünstigen Bodenwerten ist dies nicht mehr der Fall und die Pflanze kann im schlimmsten Fall verkümmern und absterben.

Fazit

Gärtner, die einen gesunden, gutaussehenden Rasen und ebensolchen Pflanzenbewuchs im Garten haben möchten, sollten in regelmäßigen Abständen die Bodenwerte bestimmen. Ist der Boden mit Klee oder Moos bewachsen, so kann der Gärtner davon ausgehen, dass es sich um einen eher alkäischen Boden handelt. Andere Pflanzen wie Sumpfdotterblumen oder Schilf hingegen können dem Gärtner anzeigen, dass der Boden eher als sauer eingestuft werden muss.

Gegebenenfalls können dann frühzeitig Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen für den Rasen und die Pflanzen ergriffen werden. Die Optimierung der Bodenwerte sollte daher immer ein Bestandteil der regelmäßigen Rasenpflege sein. Der Rasen wird die Sonderbehandlung mit einem besonders kräftigen Wuchs danken.

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