Rasen richtig düngen (Tipps) | Anleitung & Plan für Ihre Wiese

Pflanzen brauchen für eine optimale Entwicklung verschiedene Nährstoffe. Diese werden ihnen, v.a., wenn es sich um Zimmer- oder Balkonpflanzen handelt, mit verschiedenen Düngern gegeben. Aber was ist mit dem Rasen?

Auch wenn im Alltag nicht immer daran gedacht wird, natürlich gehört auch der Rasen zu den Pflanzen und braucht Nährstoffe für seine Entwicklung. Besonders dankbar für zusätzliche Nährstoffe sind die Grashalme, wenn der Boden eher karg ist, und/oder der Rasen stark beansprucht wird.

Wann ist der beste Zeitpunkt im Kalenderjahr?

Idealerweise wird der Rasen zwei- bis dreimal pro Jahr gedüngt. Fixe Düngezeiten sind im Frühjahr und im Herbst. Eine dritte Düngung kann im Frühsommer stattfinden. Das bedeutet eine Düngung kann erfolgen:

– Im März oder April, wenn kein Nachtfrost mehr zu erwarten ist,
– im Juni, um den Rasen widerstandsfähiger gegenüber großer Hitze zu machen und
– im Oktober, um den Rasen für den Winter zu stärken.

Zwischen Ende August und Anfang Oktober sollten Sie die Wiese nicht düngen, da das Wachstum nicht mehr angeregt werden sollte, und der Zeitpunkt für die Herbstdüngung noch zu früh ist.

Frühjahrsdüngung

Der Rasen beginnt so richtig zu wachsen, wenn die Temperaturen, auch nachts, um die acht bis zehn Grad Celsius erreichen. Eine effektive Nährstoffaufnahme erfolgt ab einer Temperatur von ungefähr 15 Grad Celsius.

Herbstdüngung

Beim Düngen im Herbst sollten Sie ebenfalls die Temperatur beachten. Sie sollte nachts nicht unter zehn Grad fallen, damit die Wiese den Dünger gut aufnehmen kann.

Welcher Dünger ist für den Rasen optimal?

Der richtige Dünger hilft Ihnen dabei, Ihre Rasenfläche schön gepflegt zu halten

Um den Rasen zu düngen, sollten Sie nur spezielle Rasendünger (Kunstdünger) verwenden, denn diese sind auf den Nährstoffbedarf des Rasens abgestimmt, wie zum Beispiel die Dünger von Compo. Normale Dünger für Gartenpflanzen oder landwirtschaftliche Produkte, wie für eine professionelle Grünlanddüngung, sind für den Rasen im Garten ungeeignet, da sie zu unterschiedlichen Ergebnissen auf der Rasenfläche führen können.

Außerdem sollten Sie für Ihren Rasen einen Langzeitdünger verwenden, wie zum Beispiel der Rasenlangzeitdünger von Compo, der den Rasen bis zu drei Monate mit Nährstoffen versorgt. Bei diesen speziellen Langzeitdüngern für die Grünlanddüngung im Garten, die zeitweise auch im Sortiment von Discountern, wie zum Beispiel Aldi zu finden sind, wird zwischen Rasen- und Rasenherbstdüngern unterschieden.

Rasendünger sind stickstoffbetont. Daher kommen Sie im Frühjahr und im Frühsommer zum Einsatz, denn sie fördern das Wachstum der Grashalme. Rasenherbstdünger kommen im Herbst zum Einsatz. Sie enthalten einen hohen Anteil an Kalium, welches den Rasen für den kommenden Winter stärkt.

Spezielle Rasendünger bekommen Sie im Fachhandel oder im Baumarkt. Discounter, wie zum Beispiel Aldi, bieten ebenfalls Rasendünger an, allerdings nicht das ganze Jahr über.

Wie viel Dünger braucht der Rasen?

Die Menge, die das Grünland für eine optimale Entwicklung braucht, hängt vom Boden und der Art bzw. Gebrauch des Rasens ab. So benötigt eine Wiese, die stark beansprucht wird, mehr Nährstoffe als eine, die nicht betreten wird. Im Sinne der Beanspruchung des Rasens wird unterschieden in:

1. Zierrasen: wird nicht belastet
2. Spielrasen: häufiges Spielen von Kindern oder Betreten des Rasens
3. Stark belasteter Rasen: tägliches Spielen von Kindern, Fußball spielen etc.

Neben der Beanspruchung spielt auch der Boden eine Rolle bei der Düngung eine Rolle. So braucht der Rasen in Gärten mit eher schlechter Nährstoffqualität mehr Hilfe als in Gärten, die die Ansprüche des Rasens erfüllen. Um die Qualität des Bodens zu erfahren, sollten Sie eine Bodenanalyse durchführen lassen. Für den Stickstoffgehalt des Bodens gibt es folgende Richtwerte:

– Zierrasen: 0,010 bis 0,020 kg pro Quadratmeter pro Jahr
– Spielrasen, stark belasteter Rasen: 0,018 bis 0,025 kg pro Quadratmeter pro Jahr

Beim Rasendüngen stellt sich immer wieder die Frage, ob zu viel Dünger der Wiese schaden kann. Diese Frage ist eindeutig mit „Ja“ zu beantworten. Haben Stellen auf der Wiese zu viel Dünger bekommen, verfärben sich diese Stellen bräunlich und sehen verbrannt aus.

Außerdem ist ein überdüngter Rasen anfälliger für Pilzkrankheiten, da das Gewebe der einzelnen Grashalme sehr weich ist. Weiter schadet zu viel Dünger der Umwelt, da Nitrate und Phosphate ausgewaschen werden und so ins Grundwasser gelangen. Bekommt die Wiese hingegen zu wenig Rasendünger, dann zeigt er eine blassgrüne Farbe und Lücken.

Granulat oder Flüssigdünger

Ob Sie Ihren Rasen mit einem Flüssig- oder Granulatdünger düngen, bleibt Ihnen überlassen. Allerdings werden die meisten Rasendünger in Granulatform angeboten. Für beide Dünger gilt, dass sie am besten in den Abendstunden ausgebracht werden.

Anleitung zum Düngen mit Granulatdünger

Beim Ausbringen des Düngers ist es für die gleichmäßige Entwicklung des Rasens wichtig, dass das streufähige Granulat gleichmäßig über die Rasenfläche verteilt wird. Deswegen ist ein Streuwagen zum Ausbringen des Düngers ideal. Damit sich das Granulat nicht in den Grashalmen verfängt, empfiehlt es sich, nur trockenen Rasen zu düngen.

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Tolle Anleitung, wie Sie Ihren Rasen richtig düngen

Ist die aus witterungstechnischen Gründen nicht möglich, dann sollten Sie Granulat, das sich in den Grashalmen verfangen hat, mit dem Gartenschlauch abspritzen. Außerdem empfiehlt es sich, den Rasen vor dem Düngen zu mähen, damit das Granulat sich nicht in den Grashalmen verfangen kann, sondern sogleich auf den Boden fällt. Gehen Sie beim Dünger mit Granulat wie folgt vor:

Streuwagen mit Granulat befüllen. Damit kein Granulat auf den Rasen fällt, Karton oder Vlies unterlegen, um ggfs. Verbrennungen zu vermeiden.
mit dem Streuwagen Bahnen in Längs- und Querrichtung Bahnen ziehen (Schachbrettmuster)

Für die Auflösung des Granulats ist Wasser notwendig. Bleibt es trocken, kann es seine Wirkung nicht entfalten. Daher muss der Rasen, wenn in den nächsten Stunden kein Regen zu erwarten ist, gesprengt werden. Ideal sind zwei Wassergaben mit jeweils 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter im Abstand von ein bis zwei Tagen, wenn dazwischen kein Regen fällt.

Anleitung zum Düngen mit Flüssigdünger

Beim Düngen mit einem Flüssigdünger halten Sie sich am besten auf die Verpackungsanleitung. Dort erfahren Sie, in welchem Verhältnis der Dünger mit Wasser gemischt werden muss, bevor Sie ihn mit der Gießkanne auf dem Grünland ausbringen.

Düngen, mähen, vertikutieren gleichzeitig oder in Abständen?

Auch bei der Frage der Reihenfolge der verschiedenen Pflegemaßnahmen für den Rasen wird zwischen Herbst und Frühjahr unterschieden. Welche Reihenfolge dabei richtig ist, wird unterschiedlich eingeschätzt.

Düngen im Frühjahr

Lässt es die Witterung zu, dann ist der erste Schritt der Rasenpflege im Frühjahr das Düngen. Damit die Wiese den Dünger auch gut aufnehmen kann, sollte sie ungefähr zwei Wochen Zeit haben. Danach wird das erste Mal im Frühjahr gemäht. Im dritten Schritt erfolgt das Vertikutieren.

Alle drei Schritte können im Anschluss aneinander durchgeführt werden. Zu diesen drei Pflegemaßnahmen kann noch eine vierte, nämlich das Säen bzw. das Nachsäen, hinzukommen. Im Frühjahr dürfen alle vier Pflegemaßnahmen, also mähen, vertikutieren, düngen und säen, gleichzeitig durchgeführt werden.

Düngen im Herbst

Da die zweite Vertikutierung des Rasens in der Regel bereits Ende September erfolgt, spielt diese Pflegemaßnahme für die Herbstdüngung keine bedeutende Rolle, da erst Ende Oktober gedüngt wird. In Bezug auf das Mähen gilt: Damit der Rasen den Dünger gut aufnehmen kann, v.a. Granulatdünger, sollten Sie zuerst mähen und dann düngen.

Kalken

Auf sauren Böden hilft dem Rasen kalken. Ob Ihr Boden sauer ist, überprüfen Sie am besten mit einem Test aus dem Fachhandel. Diese Test-Sets zum Ermitteln des pH-Wertes sind einfach anzuwenden, auch ist kein chemischen Wissen notwendig. Für eine Wiese ist ein pH-Wert von 5,5 bis 7,5 optimal. Liegt der pH-Wert darunter, dann empfiehlt es sich, dem Boden kohlensauren Kalk zu geben.

Der ideale Zeitpunkt dafür ist im zeitigen Frühjahr oder im Herbst. Pro Quadratmeter sollten Sie ungefähr 150 Gramm mit einem Streuwagen ausbringen, denn mit diesem lässt sich der Kalk am besten dosieren. Der zeitliche Abstand zwischen Kalken und Düngen sollte etwa drei Wochen betragen, damit der Rasendünger gut aufgenommen werden kann.

Unkraut beim Düngen mit einem Unkrautvernichter entfernen

Enthält der Rasendünger einen Unkrautvernichter, sollte er auf der feuchten Wiese ausgebracht werden. Denn die beste Wirkung wird erzielt, wenn der Vernichter ein bis zwei Tage am Unkraut haften bleibt. Damit der Dünger seine Wirkung entfalten kann, bewässern Sie die Wiese zwei bis drei Tage nach der Ausbringung erneut, wenn es nicht regnet.

Werden verschiedene Blumen, wie Gänseblümchen oder Löwenzahn als störend empfunden, dann sollten Sie diese mit einem Unkrautjäter oder einer Handhacke mitsamt den Wurzeln ausstechen. Beim Löwenzahn sollte Unkrautjäter oder Handhacke vor dem Verblühen zum Einsatz kommen, damit die Samen nicht durch den Wind verteilt werden.

Mulchen

Besitzen Sie einen Mulchmäher oder einen Mährobotor, dann entfällt die Gabe von zusätzlichem Dünger, da der Rasenschnitt zerkleinert in die Grasnarbe zurückfällt. Dort wird er von Kleinstlebewesen in Humus umgewandelt, der dem Rasen zu Gute kommt. Damit dieser natürliche Prozess auch funktioniert, dürfen die Halme jedoch nicht zu hart bzw. zu lang sein. Daher sollten Sie Ihre Wiese mit einem Mulchmäher in der Wachstumsperiode alle drei bis fünf Tage mähen, am besten, wenn die Wiese trocken ist.

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